Projekt: Entwicklung eines Transdisziplinären Masters

 

Die IFF (Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung) hat sich 2013-2014 intensiv damit befasst, ein neues Masterstudium zu entwickeln. 2013 wurde daher eine Arbeits­gruppe eingerichtet, die sich mit der Frage befasst haben wie ein solches inter- und trans­disziplinäres Masterstudium aussehen könnte. Dazu wurden Vorschläge erarbeitet, die sowohl dem Rektorat als auch an den Uni Rat vorgestellt wurden. Die Entwicklung eines Joint Degree Masters in Wien wurde auch in den Entwicklungsplan der Universität auf­genommen.

 

Inhaltich wurden drängende gesellschaftliche Fragen in den Fokus eines solchen trans­disziplinären Masters gestellt:

Das Studium möchte einen Beitrag zur Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen leisten wie sie von der EU in Horizon 2020 formuliert werden. Es geht um die drängenden Probleme im Bereich der Umwelt und nachhaltigen Entwicklung, der Wissensgesellschaft und die Herausforderungen aufgrund einer alternden Gesellschaft und damit verbundener Folgen für die Bereiche Gesundheit und Pflege. Die IFF setzt sich seit vielen Jahren mit Fragen in diesen Bereichen auseinander. Die Institute am Wiener Standort bearbeiten Problemstellungen wie

 

  • die Wechselwirkung zwischen sozialen und natürlichen Systemen im Kontext von Globalisierung, globalem Wandel und nachhaltiger Entwicklung

  • die Wissensgesellschaft und die Auswirkungen der fortschreitenden „Verwissen­schaftlichung aller Lebensbereiche“ auf die Wissenschaften, aber auch die Frage, welche gesellschaftlichen Erwartungen an Forschung und tertiäre Bildung gerichtet werden?

  • die Schnittstelle von Public Health und Palliative Care und die Fragen: Wie ist die Versorgung und Sorge  für die schwächsten unserer Gesellschaft? Welche Beiträge können Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu einer nachhaltigen und sorgenden Gesellschaft leisten?

 

Die Herausforderungen der Zukunft sehen wir darin, auf diese drängenden gesellschaftlichen Fragen Antworten zu finden, um auf komplexe und sich ständig verändernde Umwelten angemessen reagieren zu können. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, dass Zivilgesellschaft und Wissenschaft miteinander in aktive und gestaltende Beziehung im Sinne von Forschungs-Praxis-Kooperationen treten und lernende Systeme etablieren, die in der Lage sind, mit den Herausforderungen der sozialen und ökologischen Umwelt umzu­gehen, wie zum Beispiel demographischer Wandel, Zunahme an Demenzerkrankungen, Ver­änderung von Familienstrukturen, Klimawandel und Verknappung von Ressourcen.

 

Das Ziel ist es, einen gemeinsamen Prozess der Wissensgenerierung zwischen wissen­schaftlichen und gesellschaftlichen Akteuren anzuregen, in dessen Rahmen entwicklungs­relevantes Wissen erarbeitet wird. Die Wissensproduktion selbst und ihr Beitrag zu Gesellschaft ist damit gleichermaßen im Wandel und verweist in den Bereich der trans­diziplinären Wissenschaft wie auch Nowotny et al. feststellen. Risiko und Unsicherheit steigen und die Verknüpfung von Wissenschaft und Gesellschaft wird immer wichtiger um derart komplexen Probleme zu lösen.

 

Deshalb hat sich das Studium zum Ziel gesetzt, partizipative Prozesse zu gestalten, die es den Akteuren der Zivilgesellschaft ermöglichen, mit Akteuren der Wissenschaft gemeinsam relevantes Wissen zu diesen gesellschaftlich wichtigen Fragen einer nachhaltigen, lernenden und sorgenden Gesellschaft zu erarbeiten. Im Zentrum steht die Entwicklung und Durch­führung eines transdisziplinären Projektes, das unmittelbar Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft  (Non-Profitorganisationen, Politik, Interessensvertretungen, Selbsthilfe­gruppen) und (angehende) Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen miteinander in Aus­tausch bringt. Es ist geplant, im Studium drei Schwerpunkte (im Rahmen der gebundenen Wahlfächer) mit gemeinsamen Theorie-, Methoden- und Reflexionsveranstaltungen anzu­bieten: 1. Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung 2. Transdisziplinäre Wissenschafts­forschung                           3. Transdisziplinäre Forschung in Palliative Care und Public Health.

 

Ein solcher Studienfokus ist auch für die Studierenden hochinteressant. Dies hat bereits ein von der EU finanziertes Projekt zu Wissenschaft, Universität und Arbeitswelt gezeigt.

Link zu Universität und Arbeitsmarkt

 

Die Weiterarbeit an der Entwicklung eines inter- und transdisziplinären Masterstudiums wird seit 2015 mit einem inhaltlichen Schwerpunkt fortgesetzt.

 

   

 

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